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WEGFALL VON SO(ZIAL)WI(SSENSCHAFTEN) SCHRÄNKT INTERDISZIPLINÄRES DENKEN EIN

Ein Vorstoß der NRW-Landesregierung das Schulfach Sozialwissenschaften im Zuge der Ausbildung von angehenden Lehrkräften durch wirtschaftliche Ausbildungsinhalte zu ersetzen stößt nicht nur von Seiten der Lehrergewerkschaft auf massive Kritik.[1] Auch die PIRATEN sehen diesen Vorstoß des Bildungsministeriums kritisch: Schoresch Davoodi, der Themenbeauftragte für den Bereich Europapolitik, ist sich sicher: „Ohne ein Grundgerüst, wie Sachverhalte in der politischen Bildung funktionieren, müssten wir die komplette politische Bildung umstrukturieren.“ Davoodi weiter: „Man wird deutlich angreifbarer, weil man nicht gelernt hat, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.“

Thema Fake-News ein Beispiel aus aktueller Zeit

Davoodi setzt sich im Rahmen seiner politischen Arbeit besonders dafür ein, dass Menschen durch Resilienz in die Lage versetzt werden sollen, sich auch mit fragwürdigen Inhalten der Medienlandschaft auseinander zu setzen. Zu diesem Zweck hat er ein Konzept entwickelt. Darin spricht er unter anderem davon, dass durch die politische Bildung in verschiedenen Disziplinen die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, „Zusammenhänge zu erkennen und diese so darzustellen, wie sie sind.“ (Transkript des Originalvortrags in englischer Sprache)[2]

Durch den Wegfall der Sozialwissenschaften sieht er Interdisziplininarität in Gefahr. Davoodi: „Die Schülerinnen und Schüler sollen eigenständig durch interdisziplinäres Wissen zu Schlüssen kommen. Gerade bei den aktuell vorherrschenden und immer präsenter werdenden Fake-News in der Medienlandschaft Europas ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler gerade in sozialwisschaftlichen Grundlagen geschult werden, um eben jene Zusammenhänge besser verstehen zu können.“ Gemeint ist hier auch eine gewisse Resilienz – eine Art Widerstandsfähigkeit – gegenüber den möglichen Fake-News. Hier setzt sich unter anderem die AG Außenpolitik der Piratenpartei Deutschland in einem Entwurf für das Grundsatzprogramm der Partei unter anderem dafür ein, dass „individuelles und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein (für) Sicherheit geschaffen und verbessert“ wird.[3]

Nur noch eine „Diät-Variante“ der Sozialwissenschaften?

Kristian Katzmarek, seines Zeichens angehender Lehrer für Mathematik und eben jene nun zur Debatte stehenden Sozialwissenschaften, studiert aktuell im Master an der Universität zu Köln. Er hat zum Wegfall der Sozialwissenschaften eine ähnliche Meinung: “Das Fach Sozialwissenschaften sollte auf keinen Fall durch ein anderes Fach, welches eigentlich nur die “Diät-Variante” der Sozialwissenschaften darstellt, ersetzt werden.” In seinem[4](Artikel für die Piraten des Rhein-Erft-Kreises) spricht sich der im Kreistag Rhein-Erft als sachkundiger Bürger im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport sitzende Frechener Pirat für das Gegenteil aus. Katzmarek weiter: „Den Sozialwissenschaften sollte ein größerer Stellenwert in der Schullaufbahn eingeräumt werden. Nur so kann politische Bildung gelingen!”.

Um auf die Konsequenzen des umstrittenen Vorgehens aus Düsseldorf aufmerksam zu machen, hat Katzmarek außerdem unter dem Titel „Das Fach Sozialwissenschaften darf nicht abgeschafft werden! Bildung, Perspektiven & Jobs in Gefahr!“ eine Petition gestartet.[5] (zur Petition bitte hier klicken!).

Statt Sowi-Wegfall lieber interdisziplinär UND sicher!

Statt dem Wegfall eines elementar wichtigen Schulfachs wie Sozialwissenschaften sollte sich die NRW-Landesregierung lieber auf aktuell wichtigere Themen wie beispielsweise #BildungAberSicher konzentieren.
Hierzu der politische Geschäftsführer der NRW-PIRATEN, Hélder Aguiar: „Mit aller Kraft versucht nun wieder das NRW-Bildungsministerium ihre Ferne zu den Belangen der Schülerinnen und Schüler zu zeigen. Kaum sinken im Land die 7-Tages-Inzidenzen auf knapp über dem vorher als Warnwert genannten 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner, werden schon wieder voreilig Schulöffnungen in Erwägung gezogen. So lässt sich auch leicht der Wegfall der Sozialwissenschaften durch die Hintertür durchdrücken.“

Wir empfehlen daher ein Modell[6], wie Schulen einen möglichen Umgang mit der Pandemie handhaben können.

„Man könnte meinen die Landesregierung versucht mit ihrer Operation „Leichtes Spiel“ eine neue Generation von lobbytreuen, schwarzgeldkoffertragenden Politikern zu züchten statt auf Mitmenschlichkeit und Medienkompetenz zu setzen.“, so Aguiar.

Quellen:
[1] Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft NRW:Fach „Sozialwissenschaften“ soll abgeschafft werden, 15.1.2021
https://www.gew-nrw.de/meldungen/detail-meldungen/news/fach-sozialwissenschaften-soll-abgeschafft-werden.html
[2] Davoodi, Schoresch: Resilience in Germany – Too weak to secure the future, Pirate Security Conference 2020
https://www.academia.edu/41989535/Resilience_in_Germany_Too_weak_to_secure_the_future
[3] AG Außenpolitik: Grundsatzprogramm Konzept Außen- und Sicherheitspolitik, 25.5.2020
https://aussenpolitik.piratenpartei.de/2020/05/25/grundsatzprogramm-konzept-aussen-und-sicherheitspolitik/
[4] Piratenpartei Rhein-Erft-Kreis: NRW schafft sich ab – Irrsinn im Bildungsministerium, 22.1.2021
https://piratenpartei-rhein-erft.de/2021/01/22/nrw-schafft-sich-ab-irrsinn-im-bildungsministerium/
[5] Open Petition: Das Fach Sozialwissenschaften darf nicht abgeschafft werden! Bildung, Perspektiven & Jobs in Gefahr!, 22.1.2021
https://www.openpetition.de/petition/online/das-fach-sozialwissenschaften-darf-nicht-abgeschafft-werden-bildung-perspektiven-jobs-in-gefahr
[6] Piratenpartei Deutschland: PIRATEN präsentieren Modell zum Umgang mit Schulen in der Pandemie, 27.1.2021
https://www.piratenpartei.de/2021/01/27/piraten-praesentieren-modell-zum-umgang-mit-schulen-in-der-pandemie/


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